*

Schonzeit vorbei

Posted by Siggi on 10. Oktober 2019 in Kurznachricht, Politik
with Comments closed |

Demokratie kann nicht gesetzlich geschützt oder verordnet werden. Demokratie braucht mutige Demokraten.

“Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch” mahnte einst Berthold Brecht

Es ist über 85 Jahre her, als die Nazis am 30. Januar 1933 die Macht in Deutschland übernahmen. Ausländer , Juden, Sinti und Roma, Behinderte und Andersdenkende wurden diskriminiert, verfolgt und ermordet.

Am gestrigen Tag versuchte der mit schweren Waffen und Sprengkörpern bewaffnete 27 jährige Deutsche, Stephan B. aus Halle, die Synagoge in Halle zu stürmen. In dieser befanden sich ca. 80 Personen, um das jüdische Versöhnungsfest “Jom Kippur” zu feiern. Er schaffte es nicht die schwere Eingangstüre die zur Synagoge führt, zu öffnen bzw. zu sprengen. Durch Schüsse vor der Synagoge stirbt Minuten später eine vorbeikommende Frau und wenig später erschießt er in einem Döner-Imbiss einen Mann.

Während der Tat schimpft der Täter mehrfach über „Juden“ und „Kanaken“. Der 27-Jährige, war offenbar von Fremdenhass motiviert.

„Dieser Tag ist ein Tag der Scham und der Schande“, sagte unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach dem Besuch der betroffenen Synagoge. „Wer jetzt noch einen Funken Verständnis zeigt für Rechtsextremismus und Rassenhass, wer die Bereitschaft anderer fördert durch das Schüren von Hass, wer politisch motivierte Gewalt gegen Andersdenkende, Andersgläubige oder auch Repräsentanten demokratischer Institutionen, wenn ich an den Fall Walter Lübcke denke – wer das rechtfertigt, der macht sich mitschuldig.“

Es gilt endlich aufzustehen. Aufzuschreien gegen Rassismus und Fremdenhass. Bereits der subtile Rassismus im Alltag, der mit Arroganz im Umgang mit Ausländern oder mit dem Weghören bei “Stammtischgesprächen” beginnt, muß bekämpft werden. Setzen wir uns rechtzeitig zur Wehr, greifen wir ein.

Erkennen wir auch, dass die AfD nicht das ist, was sie uns gerne verkaufen möchte. Schauen wir ihr aufs Maul. Wer Mitglied dieser Partei ist, oder diese Partei wählt, sollte erkennen dass er sich an den Tisch von Rassisten und Faschisten setzt. Es gibt hierfür unzählige Beispiele. Jetzt mag ich nur an den “Vogelschiss” von Alexander Gauland erinnern, der das verbrecherische System des Nationalsozialismus kleinredete.

Zur Erinnerung:

Als die Nazis die Kommunisten holten,

habe ich geschwiegen,

ich war kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,

habe ich geschwiegen,

ich war kein Sozialdemokrat.

Als sie die Katholiken holten,

habe ich nicht protestiert.

Als sie mich holten

gab es keinen mehr,

der protestieren konnte.

(Martin Niemöller, ehem. Kirchenpräsident von Hessen und Nassau. 1938 bis  1945 in KZ-Haft)

 

Bis denne – Siegfried Termöhlen

Schlagwörter: , , , , , ,

*

Da hilft kein Pudern und kein Schminken – braunes tut nach Schei.. stinken

Posted by Siggi on 30. September 2019 in Kurznachricht, Politik
with Comments closed |

Das Verwaltungsgericht Meiningen urteilte am 25.09.2019, dass der Vorsitzende der Thüringer AFD „Bernd“ Höcke als das was er ist bezeichnet werden darf, als Faschist.

Das VG Meiningen begründete das Urteil unter anderem wie folgt:

„… durch eine Reihe von Sozialwissenschaftlern und Historikern werde eine offene Übernahme von faschistischen, rassistischen, antisemitischen und geschichtsrevisionistischen Aussagen des deutschen Nationalsozialismus festgestellt“.

Das Gericht bezog sich auch auf die Veröffentlichung  eines von ihm im Juli 2018 veröffentlichten Buches. Dies bestätige insgesamt seine faschistische Agenda:

„Nach seiner Auffassung sei letztlich ein neuer Führer erforderlich, Teile der Bevölkerung sollten ausgeschlossen werden, insbesondere Migranten. In rassistischer Diktion wettere er gegen den angeblich „bevorstehenden Volkstod durch den Bevölkerungsaustausch“. Gegenüber Andersdenkenden gelte: „Brandige Glieder können nicht mit Lavendelwasser kuriert werden, wusste schon Hegel”. Bezogen auf die von ihm angestrebte Umwälzung stelle er fest, dass „wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind“ mitzumachen. Er denke an einen „Aderlass“. Diejenigen Deutschen, die seinen politischen Zielen nicht zustimmten, würden aus seinem Deutschland ausgeschlossen werden. Er trete für die Reinigung Deutschlands ein. Mit starkem Besen sollten eine „feste Hand“ und ein „Zuchtmeister“ den Saustall ausmisten. Bezogen auf den Hitler-Faschismus sei diese für ihn vor allem die „katastrophale Niederlage von 1945“. Schlimm sei gewesen, dass Deutschland den Weltkrieg verloren habe. In Dresden habe er eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert, was heiße, die Zeit des Hitler-Faschismus positiv zu betrachten, was auch insgesamt man aus seiner Rede herauslesen werde können. Dort fände sich auch eine Verherrlichung des Faschismus. Das Holocaust-Denkmal in Berlin bezeichne er als „Schandmal“. Er setze immer weder an faschistischem Sprachduktus an: „Ich will, dass Magdeburg und dass Deutschland nicht nur eine tausendjährige Vergangenheit haben. Ich will, dass sie noch eine tausendjährige Zukunft haben, und ich weiß, ihr wollt das auch“. Zu Hitler erkläre er, dass „Hitler als absolut böse dargestellt wird“, und dass es nicht so „Schwarz und Weiß“ sei. Im Kontext vieler anderer Aussagen sei immer wieder eine Verharmlosung und Relativierung Hitlers und des Dritten Reiches erfolgt.“

https://taz.de/picture/3706210/948/104738424.jpeg

Der Faschist Höcke ist Kopf des rechtsradikalen völkischen Flügels innerhalb der AFD, den er mit der „Erfurter Resolution“ 2015 mitbegründete. Foto: dpa

Wer AfD wählt, wählt rechtsradikale Neonazis und Faschisten

Jedem sollte spätestens jetzt bewußt sein, dass diese Partei sich höchst richterlich bestätigt auf dem Weg zu Rassismus und Fremdenhass befindet. Dies vor allem unter dem stetig wachsenden Einfluß des sogenannten rechten Flügels.

Jeder Bürger unserer Heimatstadt Wuppertal sollte die Zeit bis zur Kommunalwahl im September 2020 nutzen, sich mit Vernunft und Sachverstand mit dieser nationalistischen „Rechtsgesteuerten Partei“ auseinanderzusetzen.

Bis denne - Siegfried Termöhlen

Schlagwörter: , , , , ,

*

50 Jahre Fußgängerzone Wuppertal Elberfeld

Posted by Siggi on 26. September 2019 in Kurznachricht
with Comments closed |

auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 26. September 1969, eröffnete Alt-Oberbürgermeister Herbert Herberts offiziell mit einem großen Fest die Elberfelder Fußgängerzone.

Der Ausbau war bis auf wenige Teilbereiche abgeschlossen und galt als Deutschlands größte Fußgängerzone.

Die Eröffnung fand vor Fertigstellung aller geplanten Bereiche statt, aber letztendlich war zwei Tage später, am 28. September 1969 eine Bundestagswahl. In dessen Ergebnis konstituierte sich die erste sozialliberale Koalition auf Bundesebene.

Die offizielle Eröffnung des “Elberfelder Fußgängerparadieses” wurde im Rahmen einer “Wuppertaler Woche” gefeiert.

Ob zur Wuppertaler Kommunalwahl am 13. September 2020 wiederum eine “Wuppertaler Woche” zur Eröffnung des neugestalteten “Fußgängerparadieses” in Barmen und Elberfeld geplant ist? Wir werden sehen.

 Bis denne – Siegfried Termöhlen 

Quelle: „Fußgängerparadiese“ für Elberfeld und Barmen – Hinrich Heyken

Schlagwörter: , ,

Da spricht ja mein Vater

Posted by Siggi on 13. September 2019 in Aktuelle Artikel with Comments closed |

Generalgouverneur Hans Frank (3. v. l.) in Krakau um 1942

Sohn eines NS-Verbrechers über AfD-Rhetorik

Mein Vater war Hitlers Generalgouverneur in Polen. Die Alliierten haben ihn in Nürnberg gehenkt. Oft betrachte ich sein Totenfoto. Zurzeit lacht er mich frech an. Von Niklas Frank

Obwohl ich gegen die Todesstrafe bin, habe ich sie meinem Vater immer gegönnt. Es ist gut, dass er wohl wenigstens für ein paar Sekunden jene Todesangst spüren musste, die er selbst millionenfach über unschuldige Menschen gebracht hat. Er hieß Hans Frank, er war Hitlers Generalgouverneur im besetzten Polen. Die Alliierten haben ihn dann in Nürnberg gehenkt.

Jetzt aber tauchen wieder Väter von meines Vaters Art auf, die mein Hirn vergiften wollen. 80 Jahre bin ich alt. Mein Leben lang hörte ich dieses verdruckste Schweigen, dieses nicht wirklich anerkennen wollen unserer Verbrechen. Doch nur wenn wir sie anerkennen, können wir trotz des damit verbundenen Schmerzes und der Wut ein ehrliches Leben ohne Hass hinlegen.

Oft betrachte ich meines Vaters Totenfoto. Wie er nach seiner Hinrichtung da liegt mit kaputtem Genick. Zurzeit lacht er mich frech an, denn das Schweigen wurde beendet – von der AfD.

Mein Vater wurde 1946 auch für „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ verurteilt. Nein, kein AfD-Mitglied ist per se ein Verbrecher, aber im Kampf gegen die Menschlichkeit kommen viele von ihnen gut voran. Seit Jahren verfolge ich ihren Auftritt und kann es nicht fassen: Da spricht ja mein Vater! Das ist ja genau seine verlogene, feige, tückische Argumentation!

Wie damals er wollen auch heute wohl viele AfD-Leute eine Diktatur. Das entnehme ich etwa den Drohungen der AfD gegen die unabhängige Presse und Justiz. Schon drei Jahre vor Hitlers „Machtergreifung“ telegrafierte mein Vater dem frisch in die Thüringer Landesregierung eingetretenen Wilhelm Frick: „Ich schwelge in dem Gedanken, einige jüdische Redakteure wegen Beleidigung des nationalsozialistischen Innenministers hinter Schloss und Riegel gebracht zu sehen.“

88 Jahre später folgt meinem Vater drohend die AfD-Fraktion Hochtaunuskreis: „Bei uns bekannten Revolutionen wurden irgendwann die Funkhäuser sowie die Pressehäuser gestürmt und die Mitarbeiter auf die Straße gezerrt. Darüber sollten Medienvertreter hierzulande einmal nachdenken.“

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Heiko Heßenkemper scheint gleichfalls meines Vaters Meinung zu sein: „Wir müssen die Medien und den öffentlich-rechtlichen rot-grünen Propagandaapparat angreifen und schwächen.“

Hitler baute eine furchtbare Diktatur auf. Das deutsche Volk wehrte sich nicht. Für mich ist klar, warum: Unter den 80 Millionen Deutschen damals und heute waren und sind allenfalls 20 Millionen echte Demokraten, von denen sich höchstens Hunderttausend aktiv für die Demokratie einsetzen. Die übrigen Demokraten grummeln abgeschlafft daheim vor sich hin. Folge: Die schweigende Mehrheit von rund 60 Millionen Deutschen würde sich gegen eine AfD-Diktatur nicht wehren.

Obwohl ich in Archiven nur wahllos herausgegriffene 5000 Entnazifizierungsakten der mehr als drei Millionen durchgearbeitet habe, weiß ich: Die beste Demokratie, die wir je erlebten – unsere jetzige also –, wurde auf Lug und Trug und Meineid aufgebaut. Warum das klappte? Erst gehorchten die Deutschen der Nazidiktatur. Als Hitler und seine Verbrecherclique ausgemordet hatten, wurde uns von unseren Befreiern diese Staatsform befohlen. Wieder gehorchten wir. Doch nie von Herzen: Vergiftet waren die nachfolgenden Generationen von ihren Eltern und Großeltern, die Hitlers Diktatur mit aufgebaut und bis zum Ende unterstützt hatten.

AfD-Vormann Björn Höcke nennt die Gedächtnisstelen in Berlin für die von uns ermordeten Juden ein „Denkmal der Schande“. Seine Linie hat schon mein Vater 1946 in seinen letzten Worten vor dem Urteil vorgegeben: „Die riesigen Massenverbrechen entsetzlichster Art, die, wie ich jetzt erst erfahren habe, vor allem in Ostpreußen, Schlesien, Pommern und im Sudetenland von Russen, Polen und Tschechen an Deutschen verübt wurden und noch verübt werden, haben jede nur mögliche Schuld unseres Volkes schon heute restlos getilgt.“

Mein Vater konnte glänzend Chopins Klaviersonaten spielen und soll – wie es der dabei anwesende italienische Autor Curzio Malaparte schilderte – mit denselben feinfühligen Fingern zum Gewehr gegriffen haben, um ein jüdisches Kind zu erschießen, das verzweifelt durch ein Loch in der Gettomauer gekrochen kam. Und wer machte sich unlängst fast schon auf den Weg, meinem Vater zu folgen? Beatrix von Storch! Sie postete bei Facebook ein potenziell todbringendes „Ja“ auf die Frage: „Wollt Ihr etwa Frauen mit Kindern an der grünen Wiese den Zutritt mit Waffengewalt verhindern?“

Da hilft keine Entschuldigung. So etwas zeigt jene Empathielosigkeit, die vielen AfD-Mitgliedern eigen ist. Deswegen sitzt Storch auch weiterhin im Bundestag. Vielleicht spricht sie dereinst einen Satz wie jenen, den meine Mutter zehn Jahre nach meines Vaters Tod an eine Freundin schrieb: „Wenn ich an früher denke, wir waren gnadenlos.“

Bei Brigitte Frank war es späte Einsicht. Bei Storch würde es vielleicht Stolz sein.

Auch der AfD-Humor folgt dem meines Vaters. In Lemberg packte er ihn 1942 vor ein paar Hundert deutschen Besatzern aus. Auf der Fahrt zu einem Veranstaltungsort waren ihm keine Juden mehr begegnet: „Was ist denn das? Es soll doch in dieser Stadt einmal Tausende und Abertausende von diesen Plattfußindianern gegeben haben – es war keiner mehr zu sehen. Ihr werdet doch am Ende mit denen nicht böse umgegangen sein?“

Und wie beschrieb das Protokoll die Reaktion des deutschen Publikums?

Große Heiterkeit.

Als sich AfD-Senior Alexander Gauland 2017 die damalige Migrationsbeauftragte Aydan Özoğuz vorknöpfte, waren Anklänge an Vaters Späße zu hören: „Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“

Vater konnte seinen Witz direkter setzen, weil er schon die Macht hatte: „Hier haben wir mit dreieinhalb Millionen Juden begonnen, von ihnen sind nur noch wenige Arbeitskompanien vorhanden, alles andere ist, sagen wir einmal – ausgewandert.“

Wir Deutschen wurden durch unsere Massenverbrechen während des „Dritten Reiches“ zu einem auserwählten Volk: Wir wissen genau, dass mangelnde Zivilcourage, fehlendes Mitgefühl und verabscheute Toleranz zu Diktatur und Vernichtungslagern führen. Dennoch berauschen sich bestimmt so manche AfD-Sympathisanten – auch dank Gaulands Verkürzung der zwölfjährigen Massenmordorgie zum „Vogelschiss“ – wieder an Tiraden, die mein Vater vorformulierte. Der schrieb ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkriegs: „Ich glaube an den Deutschen Geist. Er wird uns emporheben aus diesem Elend, in das uns der verrohte, sinnlos aufgehetzte Pöbel stürzen wird. Bei Gott, dieser Mob wird einmal leicht zur Ordnung gebracht werden. Nur durch die Diktatur wird Deutschland gerettet werden.“

Der Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier sprach 2015, als er noch AfD-Nachwuchschef war, wie einst Hans Frank: „Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz, ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk, und zwar nur für das Volk, gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde.“

Niklas Frank,  80, ist der Sohn des ehemaligen NS-Generalgouverneurs im besetzten Polen, Hans Frank. Er arbeitete als Journalist unter anderem beim "Stern" und veröffentlichte 1987 das Buch "Der Vater. Eine Abrechnung".
UWE ZUCCHI / PICTURE ALLIANCE Niklas Frank, 80, ist der Sohn des ehemaligen NS-Generalgouverneurs im besetzten Polen, Hans Frank. Er arbeitete als Journalist unter anderem beim „Stern“ und veröffentlichte 1987 das Buch „Der Vater. Eine Abrechnung“.

Ich sehe meinen toten Vater Tränen lachen, denn mit einer unabhängigen Justiz ließe sich nichts „ausmisten“.

Mit ihr könnte auch AfD-Mann Uwe Junge, Fraktionschef in Rheinland-Pfalz, nicht halten, was er verspricht: „Der Tag wird kommen, an dem wir alle Ignoranten, Unterstützer, Beschwichtiger, Befürworter und Aktivisten der Willkommenskultur im Namen der unschuldigen Opfer zur Rechenschaft ziehen werden!“

Frank Scherie aus der AfD-Ratsfraktion von Ennepetal in Nordrhein-Westfalen ist wie mein Vater gleichfalls ohne Mitleid: Man „sollte sich nicht wundern, wenn der Bürger in Ermangelung von Alternativen selber das Heft in die Hand nimmt und Bürgerwehren gegen solche Umtriebe formiert. Ob diese dann im Falle eines Falles noch die 110 wählen oder direkt die erwischten ‚Import-Früchtchen‘ dem Vater Rhein zwecks Überprüfung der in NRW nur noch rudimentär vermittelten Schwimmfähigkeiten übergeben, bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.“

Als NSDAP-Mitglied wusste mein Vater genau, dass er gegen die Menschlichkeit handelt. So, wie es die AfD heute wissen muss. Wer trotzdem Mitglieder, die demokratiefeindliche Drohungen raushauen, nicht umgehend aus der Partei entfernt oder selbst entsetzt austritt, macht sich mitschuldig. Und wer mit dieser Partei politisch kungelt, wird selbst zum demokratieverachtenden AfD-Mitglied.

Nur Demokratie kann Menschlichkeit garantieren.

1934, ein Jahr nach der Machtübernahme, konnte mein Vater Vollzug melden: „Wir haben durch die Stärke unseres Vorgehens gegen den Verbrecher im weitesten Sinne, vor allem durch den rücksichtslosen Vollzug der Todesstrafe, durch die Einführung der Sondergerichte, die Einführung des Volksgerichtes zum Schutze von Volk und Staat eine Disziplinierung all der minderwertigen Strömungen erreicht, die die Sicherheit des anständigen Teils des deutschen Volkes im weitesten Maße gewährleistet.“

Ich fürchte, dass die AfD irgendwann all jene Deutschen als „Verbrecher im weitesten Sinne“ verfolgen könnte, die sich ihr nicht unterwerfen und somit nicht zum „anständigen Teil des deutschen Volkes“ gehören.

Triumphierend nickt mir mein Vater zu.

Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2019.

Quelle: Spiegel-Online

Dazu ein Interview mit Niclas Frank im SZ-Magazin, vom 17. März 2014

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

*

ÖPNV / Für ein Lohn- und Einkommenssteuerfinanziertes “NRW-Bürgerticket”

Posted by Siggi on 11. Juli 2019 in Politik
with Comments closed |

Das von der “Bürgerticket Initiative Wuppertal” vorgeschlagene “solidarische Bürgerticket” ist angesichts des nun endlich wahrgenommen Klimawandels nicht zielführend. Ein solidarisches Bürgerticket muß gerecht und vom jeweiligen “bürgerlichen Einkommen” getragen sein.

Jedem Bürger sollte die Chance gegeben sein in seiner Wohnstadt und zu seinem oft außerhalb der Heimatstadt befindlichem Arbeitsplatz, auf den ÖPNV umzusteigen. Zu jeder Zeit, mit oder ohne Zweirad.

Lohn- und Einkommenssteuer fließt ins Bundes- Landessäckel sowie auch in die Kassen der Kommunen. Dem Land NRW wäre es hiermit möglich den ÖPNV in NRW zu finanzieren. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Finanzkraft kann es die Kommunen bezuschussen und diese finanzieren die jeweiligen Nahverkehrsträger, hier die WSW.

Der Bund ist Eigentümer der Deutschen Bahn sorgt und finanziert weiterhin für die notwendigen Kapazitäten, auch im Schienenpersonennahverkehr.

Ich weiß, dass mein Wunsch einem einsamen Ruf in den Wald gleicht, habe aber immer noch Hoffnung auf eine Änderung der KleinKlein-Politik, in Richtung Vernunft und solidarischem Denken und Handeln in Bund, Land, Kreis und Gemeinde.

Übrigens: Über die Lohn- und Einkommenssteuer wird die jeweilige Finanzkraft der Bürger “SOLIDARISCH” berücksichtigt! Wer Einkommen hat, zahlt. Wer viel Einkommen hat, zahlt mehr. Wer im Sinne des Einkommenssteuergesetzes kein Einkommen hat, zahlt nichts!

Selbstständige, Arbeitnehmer, Rentner, Immobilienbesitzer usw. trügen das Einkommenssteuerfinanzierte “NRW-Bürgerticket”.

Die Verwaltung der Schüler-, Arbeitnehmer-, Senioren-, Jahres-, Monats-, Tages-, Sozial- und sonstiger Tickets wäre obsolet und trüge zur Finanzierung bei.

Hier stelle ich lediglich meine Gedanken zum Klimaschutz und Umstieg auf den ÖPNV dar. Ich erhebe nicht den Anspruch die Weisheit gepachtet zu haben.

Allerdings erwarte ich von der Politik, sich endlich vollumfänglich mit dem Thema Umwelt, Klimaschutz und einem klimafreundlichem Bürgerticket zu befassen. Hier sehe ich alle politischen Vertreter, gerade hier in Wuppertal, in ihrer Pflicht, Verantwortung in den städtischen Ratsausschüssen, dem Stadtrat, den Aufsichtsräten wie WSW und VRR etc. anzunehmen und geltend zu machen um uns Bürger auf dem Weg in ein klimafreundliches Wuppertal zu begleiten!

Daraus könnte die Wiederbelebung der City resultieren: Besucher würden nicht mehr gestresst durch die Innenstadt kreisen um einen Parkplatz zu finden. Die Umsätze des Einzelhandels stiegen. Auch die Gastronomie dürfte sich, auch nach Beendigung der Ladenschlusszeiten, über regen Besuch freuen. Jeder Automobilist dürfte mehr als ein Glas Bier oder Wein zum gepflegten Essen genießen, um später die Heimreise im Großraumtaxi anzutreten.

Im Großen und Ganzen änderte sich die Innenstadtnutzung und gäbe allein betrachtet Veränderungen des öffentlichen Raums durch den Wegfall vieler Parkplätze. In den obersten Etagen der Parkhäuser wäre Platz für die Gewinnung solarer Energie, Gastronomie mit Strandatmosphäre, Begrünung, Bienenstöcke ….. und viel Raum für Phantasie.

In diesem Sinne – bis denne – Siegfried Termöhlen

Schlagwörter: , ,

Copyright © 2015-2019 西格弗里德 台 All rights reserved.
This site is using the Desk Mess Mirrored theme, v2.5, from BuyNowShop.com.